Mittwoch, 2. Januar 2013
Papa, Mama... macht mir mal bitte... - ein Plädoyer für mehr kindliche Unselbständigkeit
sherlockbloggdog, 22:15h
Etwa 20 Jahre lang gehätschelt, getätschelt, getröstet und geschimpft und dann ziehen sie schon aus, die Kinder.
Ehe man sich's versieht wird der Spross flügge. Gerade hat man den letzten Fleck Babybrei von der Raufasertapete gekratzt, denn dem Kindermund hats nicht immer so toll geschmeckt und der Pickelschweißdeotestosterongeruch konnte durch mehrwöchiges Stoßlüften endlich beseitigt werden (Jungen) oder die periodischen Türenknall-Zickenkämpfe über Brustfrei-Oberteil Machtkämpfe sind soeben überstanden (Mädchen) und schon ziehen sie einfach aus:
Neue Wohnung, neue Stadt vielleicht, neuer Mikrokosmos bestimmt. Niemand denkt dabei an die armen Eltern, die nun alleine zurückgelassen werden, auf sich alleine gestellt.
Frau Mutter und Herr Vater werden praktisch über Nacht mit neuen vollkommen geänderten Lebensbedingungen konfrontiert. Weniger Dreck, weniger Esser am Tisch, weniger Randale, plus die ganze Zeit, die auf einmal nicht mehr von Kindern beansprucht wird, für Fahrdienste und anderes. Liebgewonnene Gewohnheiten gehen verloren, die ganze Tagesstruktur futsch. Das alles geschieht auch noch in einem Alter, wo man schon einen beachtlichen Teil der Rente gesichert hat. Ein Alter, in dem der berufliche und private Alltag längst zu einer einzigen dementen Masse verschmolzen ist und die Freude an der Potenz längt der Freude an gutem Essen gewichen ist.
Darum, liebe Kinder von Eltern, habt Verständnis und beschäftigt eure Erzeuger weiterhin als unbezahlte Angestellte in eurem eigenen Haushalt.
Ihr könntet ihnen z.B. regelmäßig (als neue tagesstrukturierende Maßnahme) eure Schmutzwäsche schicken oder gleich selbst von ihnen abholen lassen. Auch Haushaltsgegenstände und Lebensmittel könntet ihr über sie beziehen und damit kostenlos für euch. Da sich wahrscheinlich nicht alle Neuausgezogenen gleich zu Beginn eine eigene Spülmaschine gönnen, könnte auch das schmutzige Geschirr bequem in der elterlichen Spülmaschine gereinigt werden, nachdem sie es zuvor sorgsam abgeholt haben. Ihr werdet sehen, dass eure Eltern sehr dankbar sein werden über solche Aufgaben, die ihr ihnen zuteilt. An bestimmten Besuchstagen, an denen ihr euch freilich wichtigen außer-häuslichen Aktivitäten widmet, könntet ihr ihnen auch eure Wohnung zur Verfügung stellen, damit sie für euch sauber machen. Dadurch bringt ihr ihnen auch einen enormen Vertrauensbeweis entgegen und die elterlichen Sorgen, sie würden nur noch eine untergeordnete Rolle in eurem Leben spielen, bleiben unbegründet. Das bestärkt die Eltern-Kind-Beziehung enorm.Gerade, wenn ihr in eine andere Stadt gezogen seid, verschafft ihr so euren Eltern einen Zugang zu eurer Welt, was sie sicherlich mit Stolz erfüllen wird.
Hinterlasst ihnen einfach einen Zettel mit Aufgaben, die sie für euch erfüllen dürfen, wie z.B. - Küche sehr sauber und mehrmals wischen, - Fenster enorm und streifenfrei putzen und – leere und angebrochene Alkoholbehältnisse der letzten Partynacht durch die doppelte Menge an neuen ersetzen.
Sie werden sich in ihrer Wichtigkeit für euch bestätigt fühlen, besonders, wenn es viele Aufgaben sind, die einen hohen Kraft-, Zeit-, und / oder finanziellen Aufwand darstellen. Besonders die Mütter werden stolz auf euch sein, wie gut ihr euch in der (theoretischen) Haushaltsführung auskennt und in welch hohem Maß ihr von ihrer Erziehung profitiert habt.
Während meines letzten Besuchs konnte ich auch meinen Vater mit sinnvollen Aufgaben für mich beschäftigen. Mein Auto sprang des nachts nicht mehr an und er durfte mich bei strömenden Regen in einem 30 Kilometer entfernten Ort abholen. Am nächsten Tag freute er sich, dass er mir eine neue Batterie kaufen und einbauen durfte und konnte. Ich gab ihm die Gelegenheit sich als Retter in der Not kompetent und wichtig zu fühlen. Mit der Zeit werde ich ihm noch weitere anspruchsvolle Tätigkeiten zukommen lassen, wie meine Steuererklärung oder Korrespondenz- und Verwaltungsarbeiten. Er hat so durch mich die Gelegenheit sich nicht nur als kompetenter Vater zu behaupten, nein, ich eröffne ihm auch interessante Aufgabenbereiche, die seinem Leben einen neuen Sinn geben. Ich bin mir sicher, dass sich dies positiv auf unser Vater-Tochter-Verhältnis auswirkt und ich kann mich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern, die da wären... äh... ein andermal dazu...
Ehe man sich's versieht wird der Spross flügge. Gerade hat man den letzten Fleck Babybrei von der Raufasertapete gekratzt, denn dem Kindermund hats nicht immer so toll geschmeckt und der Pickelschweißdeotestosterongeruch konnte durch mehrwöchiges Stoßlüften endlich beseitigt werden (Jungen) oder die periodischen Türenknall-Zickenkämpfe über Brustfrei-Oberteil Machtkämpfe sind soeben überstanden (Mädchen) und schon ziehen sie einfach aus:
Neue Wohnung, neue Stadt vielleicht, neuer Mikrokosmos bestimmt. Niemand denkt dabei an die armen Eltern, die nun alleine zurückgelassen werden, auf sich alleine gestellt.
Frau Mutter und Herr Vater werden praktisch über Nacht mit neuen vollkommen geänderten Lebensbedingungen konfrontiert. Weniger Dreck, weniger Esser am Tisch, weniger Randale, plus die ganze Zeit, die auf einmal nicht mehr von Kindern beansprucht wird, für Fahrdienste und anderes. Liebgewonnene Gewohnheiten gehen verloren, die ganze Tagesstruktur futsch. Das alles geschieht auch noch in einem Alter, wo man schon einen beachtlichen Teil der Rente gesichert hat. Ein Alter, in dem der berufliche und private Alltag längst zu einer einzigen dementen Masse verschmolzen ist und die Freude an der Potenz längt der Freude an gutem Essen gewichen ist.
Darum, liebe Kinder von Eltern, habt Verständnis und beschäftigt eure Erzeuger weiterhin als unbezahlte Angestellte in eurem eigenen Haushalt.
Ihr könntet ihnen z.B. regelmäßig (als neue tagesstrukturierende Maßnahme) eure Schmutzwäsche schicken oder gleich selbst von ihnen abholen lassen. Auch Haushaltsgegenstände und Lebensmittel könntet ihr über sie beziehen und damit kostenlos für euch. Da sich wahrscheinlich nicht alle Neuausgezogenen gleich zu Beginn eine eigene Spülmaschine gönnen, könnte auch das schmutzige Geschirr bequem in der elterlichen Spülmaschine gereinigt werden, nachdem sie es zuvor sorgsam abgeholt haben. Ihr werdet sehen, dass eure Eltern sehr dankbar sein werden über solche Aufgaben, die ihr ihnen zuteilt. An bestimmten Besuchstagen, an denen ihr euch freilich wichtigen außer-häuslichen Aktivitäten widmet, könntet ihr ihnen auch eure Wohnung zur Verfügung stellen, damit sie für euch sauber machen. Dadurch bringt ihr ihnen auch einen enormen Vertrauensbeweis entgegen und die elterlichen Sorgen, sie würden nur noch eine untergeordnete Rolle in eurem Leben spielen, bleiben unbegründet. Das bestärkt die Eltern-Kind-Beziehung enorm.Gerade, wenn ihr in eine andere Stadt gezogen seid, verschafft ihr so euren Eltern einen Zugang zu eurer Welt, was sie sicherlich mit Stolz erfüllen wird.
Hinterlasst ihnen einfach einen Zettel mit Aufgaben, die sie für euch erfüllen dürfen, wie z.B. - Küche sehr sauber und mehrmals wischen, - Fenster enorm und streifenfrei putzen und – leere und angebrochene Alkoholbehältnisse der letzten Partynacht durch die doppelte Menge an neuen ersetzen.
Sie werden sich in ihrer Wichtigkeit für euch bestätigt fühlen, besonders, wenn es viele Aufgaben sind, die einen hohen Kraft-, Zeit-, und / oder finanziellen Aufwand darstellen. Besonders die Mütter werden stolz auf euch sein, wie gut ihr euch in der (theoretischen) Haushaltsführung auskennt und in welch hohem Maß ihr von ihrer Erziehung profitiert habt.
Während meines letzten Besuchs konnte ich auch meinen Vater mit sinnvollen Aufgaben für mich beschäftigen. Mein Auto sprang des nachts nicht mehr an und er durfte mich bei strömenden Regen in einem 30 Kilometer entfernten Ort abholen. Am nächsten Tag freute er sich, dass er mir eine neue Batterie kaufen und einbauen durfte und konnte. Ich gab ihm die Gelegenheit sich als Retter in der Not kompetent und wichtig zu fühlen. Mit der Zeit werde ich ihm noch weitere anspruchsvolle Tätigkeiten zukommen lassen, wie meine Steuererklärung oder Korrespondenz- und Verwaltungsarbeiten. Er hat so durch mich die Gelegenheit sich nicht nur als kompetenter Vater zu behaupten, nein, ich eröffne ihm auch interessante Aufgabenbereiche, die seinem Leben einen neuen Sinn geben. Ich bin mir sicher, dass sich dies positiv auf unser Vater-Tochter-Verhältnis auswirkt und ich kann mich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern, die da wären... äh... ein andermal dazu...
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